Olympische Heldentaten

20.03.2018

Der große Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen ist für Lukas jedoch wahr geworden…

Lukas Pachner hat eine harte und fordernde Wettkampf Saison 2017 / 18 leider mit einem scheren Sturz beendet! Der Top Snowboard Crosser der SPORTUNION Kaltenleutgeben stürzt beim letzten Weltcup Rennen in Veysonnaz (Sz) und luxiert sich dabei die Hüfte. Eine Operation ist unausweichlich und der Weg zurück wird hart und lange werden. Die zweite Hälfte der Saison war sehr unbeständig. Gute Leistungen in den Qualifikationsläufen und Pech in den direkten Auseinandersetzungen ließen nur wenige Topplatzierungen zu. Der große Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen ist für Lukas jedoch wahr geworden… und nach einer Minute und 14 Sekunden im Achtelfinale war er auch schon wieder ausgeträumt. 
 
 
Aber blicken wir noch einmal genauer auf die Saison und den Weg zu den Olympischen Spielen zurück. Nach tollen Weltcup Ergebnissen (2. Platz in La Molina (Sp) 2017) musste Lukas sich in der harten österreichischen Qualifikation gegen sieben potentielle Mitstreiter behaupten. Durch seine Ansteigende Formkurve (Vize Staatsmeister, Pitztal) und das Erreichen des kleinen Finales in Cervino (I) setzte er sich im Jänner 2018 durch und sicherte sich neben Alessandro Hämmerle, Markus Schairer und Hanno Douschan einen der vier österreichischen Startplätze im Olympischen Snowboard Cross Bewerb und erfüllte sich somit einen großen Traum. Als er diesen Traum 2013 bei den SPORTUNION Bundesmeisterschaften am Hochkar das erste Mal in einem Interview öffentlich aussprach, glaubte wohl (außer ihm selbst) noch keiner daran, dass dies jemals möglich sei. In nur fünf Jahren nahm er eine Hürde nach der anderen, stieg jährlich im Kadersystem des ÖSV eine Etage höher und überzeugte auch die größten Skeptiker des Quereinstiegs durch seine Leistung. Genau dieses Selbstbewusstsein und die unglaubliche Willenskraft, sein Ziel zu erreichen, benötigt es, um bei Olympischen Spielen am Start zu stehen. Die Spiele selbst haben eigene Gesetze! Das musste die gesamte Skiwelt zur Kenntnis nehmen, als eine Snowboarderin (Ester Ledecká) den Alpinen Super G vor Anna Veith gewann, Marcel Hirscher im Slalom ausschied oder Teresa Stadlober auf der Loipe falsch abbog.
 
 
Die Spiele haben eigene Gesetze! Und anscheinend auch eigene Vorstellungen zum Thema Kursbau beim Snowboardcross, dass musste auch unser Olympischer Held feststellen, als er erkannte, dass der wahre Gegner in diesem Wettkampf nicht die anderen Snowboardcrosser, sondern die Rennstrecke an sich war. Schon nach dem ersten Training wurden Stimmen laut, dass der Kurs zu groß, zu schnell, zu extrem sei. Aber bei den olympischen Spielen zieht doch keiner der Athleten zurück! Keiner bereitet sich vier Jahre auf diesen Wettkampf vor und kneift dann. Nicht einmal, wenn er angeschlagen von einem Trainingssturz sich kaum aus der Startbox ziehen kann, so wie es bei Markus Schairer der Fall war. Wenn nun die unbeugbare Willenskraft und dieses Monster von einem Kurs aufeinander prallen, dann fordert das seine Opfer… im Fall des österreichischen Teams war es der Weltmeister von 2009 Markus Schairer, der mit einem gebrochen Halswirbel den Olympischen Traum ziehen lassen musste. Lukas bezwang den Kurs, konnte seine wahre Stärke und sein Können an diesem einen Tag jedoch nicht unter Beweis stellen. Die Enttäuschung war ihm ins Gesicht geschrieben. Dabei sein war eben doch nicht alles. Wer dort am Start steht, will mehr!
 
 
Die Erwartungshaltung wächst mit den erreichten Zielen und die Kampfansage im Österreicher Haus nach dem Rennen lässt uns gespannt in die Zukunft blicken: „ In vier Jahren komm ich wieder und dann schaut die G‘schicht anderes aus!“. Jetzt müssen wir jedoch erst einmal hoffen das Lukas wieder fit wird. „Come back stronger!”